Toskana (2)

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La Fornace & Siena

Route: Colle - Poggibonsi - Castellina in Chianti - La Fornace - Siena - Quercegrossa - Castellina in Chianti - Poggibonsi - Colle (146 km)

Energy
Energy
Unsere erste Woche geht zu Ende und wir wollen mit Siena einen weiteren architektonischen Höhepunkt angehen. Außerdem braucht Peter noch Kettenfett. Tags zuvor fanden wir jedoch einen Prospekt des Parco Sculture del Chianti auf dem Tresen unserer Wirtin.
Moderne Kunst mitten in der Wildnis ist hinreichend originell um uns anzulocken. Der zur Galerie umgebaute Gutshof La Fornace ist in der Tat nicht ganz leicht zu finden und die Besucher sollten nicht schotterscheu sein.
Verblüfft waren wir, dass wir am Eingang auf Deutsch begrüßt wurden. Der Park wird von einem südtiroler Galeristen betrieben und ist ein Familienunternehmen.
Der Betreiber lud einige Künstler ein Werke für das ca. 2 Hektar große Gelände beizusteuern. Die Künstler durften sich die Plätze für ihre Werke selbst aussuchen. Hinterher wurde ein Weg angelegt, der die Besucher zu den Ausstellungsstücken führt.
Wer dann noch Lust hat, kann der Galerie einen Besuch abstatten, wo Kunstwerke für Haus und Garten ausgestellt sind und zum Kauf angeboten werden.
Bei Siena denken viele Leute zunächste an das legendäre Pferderennen Palio, das zweimal im Jahr auf dem großen Platz mitten in der Stadt ausgetragen wird.
Aber abgesehen davon bietet Siena das geschäftige Treiben einer Handelsstadt. Die Moppeds lässt man am besten außerhalb der Stadtmauern stehen und erkundet die Stadt zu Fuß. So findet man z. B. ein kleines Restaurant, dessen Wirt wohl lieber Seemann geworden wäre und so im Herzen der Toskana leckere Meeresküche anbietet.
Neben der Grande Piazza sammeln sich die meisten Touristen am Dom. Das Bauwerk besticht durch seine Fassade aus grünem und weißem Marmor und den üppigen Goldverzierungen.
Siena
Dom zu Siena


Florenz

Route: Colle - Poggibonsi - Castellina in Chianti - Greve in Chianti - Firenze - Sambuca - Poggibonsi - Colle (139 km)

Drei Grazien
Drei Grazien
Meinen Freunden versprach ich, an meinem Geburtstag einen Espresso in Florenz auszugeben. Die Runde fiel, nicht ganz unerwartet, recht klein aus, und wir hatten ausgiebig Zeit für die Schönheiten der Renaissance-Metropole.
Der Weg dorthin führt uns aber zunächst durch das Chianti. In Greve, dem Zentrum des Chianti-Weinbaus findet ein farbenfrohes Blumenfest statt, aber die Hügel rufen "fahren, fahren"!
Die Infrastruktur von Florenz stammt aus der Zeit, als die Straßen von Ochsenkarren beherrscht wurden. So gehören Roller zum Stadtbild und ein ausgewachsenes Motorrad ist da schon eher die Ausnahme. Auch die Altstadt von Florenz sieht Kraftfahrzeuge nicht so gern, aber Parkplätze sind, zumindest für Einspurfahrzeuge, reichlich vorhanden. Zu Fuß wollen wir zunächst zur Festung Belvedere, die aber verwunderlicherweise am Sonntag geschlossen ist.
Florenz bietet auch abseits der bekannten, von Toristen reichlich bevölkerten Plätze viel Sehenswertes. Zwischendurch zeigt der September, dass er zu den Herbstmonaten gehört: Ein heftiger Regenguss lässt uns in eine Cafeteria fliehen.
Der Regen verzieht sich aber so schnell wie er kam und wir können unseren Kultur-Bummel, von weiteren Duschen unbehelligt, fortsetzen. Besonders zum Mittagessen verlassen wir den Touristen-Rummel und suchen uns eine etwas abseits gelegene, kleine Trattoria. Der Belegschaft ist die Verwandschaft deutlich anzusehen und es schmeckt nicht nur à la Mama, sondern wir fühlen uns obendrein sehr willkommen.
Den Abschiedsblick gönnen wir uns vom Giardine Dell'Iris. Wenn man sich den Weg durch die Reisebusse gekämpft hat, wird man min einem herrlichen Panorama der Stadt belohnt.
Firenze
Florenz


Volterra

Route: Colle - San Gimignano - Volterra - Colle (67 km)

Teatro Romano
Teatro Romano
Ein Tag bleibt uns noch, bevor wir in Richtung Heimat aufbrechen müssen. Den Rückweg wollen wir auf jeden Fall auf den eigenen Rädern bewältigen und uns die Alpen nicht entgehen lassen.
Zuvor erinnern wir uns aber noch an den grandiosen Anblick, den uns Volterra bei der Anfahrt bot. Volterra ist bekannt für die rege archäologische Tätigkeit. Für 2 € kann man alle Ausgrabungsstätten besuchen, zu denen ein antikes Theater gehört, welches bereits im 1. Jhd. AD außer Betrieb genommen wurde. Teile davon wurden für eine im 3. Jhd. direkt dahinter errichtete Badeanstalt weiter verwendet. Die Tempelruinen machen allerdings nicht soviel her und sind wohl eher für Experten und Fans sehenswert.
Da sich erneut dunkle Wolken ankündigen, fahren wir auf direktem Weg nach Colle zurück. Die Wolken verziehen sich bald und so nutzen wir ein letztes Mal ausgiebig den Swimming-Pool.


In die Po-Ebene

Route: Colle - Firenze - Bologna - Ferrara - Canaro (221 km)

Am Abreisetag trauert der Himmel. Noch regnet es nicht, aber Unheil liegt in der Luft. Wir wählen die Schnellstraße um möglichst schnell viel Strecke zurückzulegen.
Spätestens beim Mittagessen in einer Fernfahrerkneipe bei Bologna wird uns klar: Der Parmesan gehört hier zur Pasta wie dir Crema auf den Kaffee. Bislang wurden wir noch gefragt, hier haben wir keine Wahl.
Nach dem Essen reißt zwar der Himmel gelegentlich wieder auf, aber im Laufe der Zeit wird es immer dunkler. Bei Ferrara beschließen wir dann, beim Fall der ersten Regentropfen am ersten sich bietenden Gasthof die Nacht zu verbringen.
Das Motel Delle Rose liegt etwas abseits der vielbefahrenen Nationalstraße und damit, abgesehen von einem stimmgewaltigen Campanile, recht ruhig. Inzwischen regnet es schon heftiger und uns bleibt ohnehin keine Wahl. Die Türen der Appartments werden von Katzen belagert, die sich nicht nur im Hof, sondern auch in den Appartments durchaus zu Hause fühlen. Man kann es ihnen nachfühlen, denn wir erleben sage und schreibe sechs Stunden lang Blitz und Donner!
Mieze
Kannst Du nicht machen, dass der Regen aufhört?


Brentino & Dolomiten

Route: Canaro - Abano Terme - Bassano Del Grappa - Cortina D'Ampezzo - Toblach (284 km)

Ponte Vecchio
Ponte Vecchio
Die legendär langweilige Po-Ebene durcheilen wir, so schnell es geht. Das Wasser ist alle und bei nur leicht bewölktem Himmel locken uns die Dolomiten.
Zuvor wollen wir uns mit Bassano del Grappa den Ort ansehen, der dem berühmten italienischen Wein-Brand seinen Namen gab. Auch Bassano zeigt eine schöne Altstadt und eine alte Holzbrücke, welche die Brenta überspannt. Natürlich verlassen wir Bassano nicht ohne etwas Grappa für daheim.
Die letzte Etappe für heute soll uns über die Dolomiten führen. Pünktlich mit unserem Eintreffen am Passo Giao (2995m) verdirbt uns der Regen die flüssige Linie. Sturzbäche lassen Schlaglöcher vollständig unsichtbar werden und wir schleichen talwärts nach Cortina d'Ampezzo.
Angesichts der Wetterlage hätten wir die James-Bond-gerechten Preise in Cortina sogar akzeptiert, aber sogar Mitte September ist hier alles belegt. Stattdessen fahren wir noch ein paar Kilometer bis ins südtiroler Toblach, wo wir ebenso preiswert wie komfortabel übernachten.


Heimfahrt

Routen: Toblach - Kitzbühel - Bad Reichenhall - Gerzen (324 km)
Regensburg - Amberg - Bayreuth - Leutenberg (333 km)


Am nächsten Tag regnet es in Strömen und so sparen wir uns die Großglockner-Hochalpenstraße für unseren nächsten Besuch und wählen mit dem Felbertauern-Tunnel die überdachte Variante. Das Wetter bessert sich auch im Salzkammergut nicht. Der Regen endet erst bei unserer Ankunft in Deutschland und die Sonne sehen wir erst kurz vor unserer Ankunft in Gerzen wieder, wo wir die Nacht verbringen.
Bayern verwöhnt den Biker mit gut ausgebauten Straßen und heute auch mit Sonnenschein. Das entschädigt etwas für den lebhaften Werktagsverkehr auf den deutschen Straßen. Wir schaffen es durch Franken bis ins thüringische Leutenberg, wo wir direkt am Marktplatz im Gasthof zum Weißen Lamm übernachten. Die herzliche Aufnahme lässt uns Leutenberg als Ausgangspunkt für die SESA-Tour 2005 wählen.
Zum Weißen Lamm
Zum Weißen Lamm
Leutenberg entpuppt sich als ausgesprochen Motorradfahrer-freundlich. Wir treffen große Gruppen von Fahrern und an der Hauptstraße parken jede Menge Moppeds.
Die weitere Heimreise erfolgt, mehr oder weniger, unspektakulär. Wir besuchen Freunde in Magdeburg, denen wir eine Flasche Leutenberger Kräuterlikörs zum gemeinsamen Verzehr mitbringen. In Thüringen können wir die letzten Berge mit den entsprechenden Kurven genießen, aber spätestens in Sachsen-Anhalt ist der Urlaub definitiv zu Ende.
  

Home-Page von Uwe Sauerland (letzte Änderung 14-jul-2005)